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 Asientour und Spanish Open 2007  (27.05.2007)

Nach den Polish Open ging es am Sonntag den 29.April direkt weiter für zwei Wochen nach Asien. Das erste Turnier fand in Singapur statt und in der darauf folgenden Woche flogen wir dann weiter nach Jakarta. Insgesamt verlief die Asientour leider nicht so erfolgreich wie ich es mir gewünscht hätte. In Singapur kam ich einfach nicht mit dem starken Wind in der Halle zurecht und in Indonesien spielten unsere Mägen nach einer schlechten Mahlzeit nicht mehr mit. Hinzu kamen noch die Trainingsbedingungen, die es für mich nicht unbedingt leicht machten ordentlich zu trainieren. In den Trainingshallen war es zum einen so heiß, dass man fast nach jedem Ballwechsel den Boden wischen musste um die Schweißtropfen zu entfernen, und zum anderen war der Boden so hart, dass sich meine eh schon etwas angeschlagenen Knie nicht unbedingt freuten. Mit den Ergebnissen kann man dennoch zufrieden sein, da man schließlich mit einer ordentlichen Portion Glück die Herrendoppel-Qualifikation gewinnen konnte. In allen anderen Erstrunden wäre es auch mit einer Bestleistung so gut wie unmöglich gewesen einen Sieg zu landen. Dennoch hätte ich mir gewünscht gegen die eine oder andere asiatische Paarung mehr Parole bieten zu können.

Das allerdings Dümmste an dieser Asientour waren die auch noch anschließend für zwei Wochen anhaltenden Magenprobleme. Der Virus, den wir uns in Asien eingefangen hatten, wollte einfach keine Ruhe geben. Somit erreichte ich etwas, was sich wahrscheinlich viele Menschen wünschen würden - in zwei Wochen 8 kg abzunehmen.

Jetzt blieben Johannes und mir gerade mal zwei ordentliche Trainingseinheiten um sich für die Spanish Open vorzubereiten. Wenn nicht Hotel und Flug schon bezahlt gewesen und die Abmeldestrafe nicht noch hinzu gekommen wäre, hätte ich das Turnier so oder so nicht gespielt, sondern hätte mich lieber ordentlich auf das anschließende Turnier in Frankreich (Toulouse) vorbereitet. Mit den entsprechenden Erwartungen flogen wir dann also doch am Mittwoch den 23.Mai nach Madrid.

Erfreulicher Weise konnte ich hier erstmals feststellen, dass man sich über die Jahre doch eine ordentliche Grundlage geschaffen hatte, denn dieses Turnier verlief komplett anders als erwartet.

Im Doppel konnten wir in der ersten Runde die Finalisten von Portugal (Tonks/George aus England) in zwei Sätzen schlagen. Anschließend gelang es uns sogar in einem echten Krimi die an zwei gesetzten Waliser (Lewis/Hughes) mit 22:20 im dritten Satz zu bezwingen. Im Viertelfinale sollte es dann gegen eine spanisch, indonesische Kombination (Fernandez/Khosadalina) gehen, die zuvor erfolgreich gegen die Kanadier (Beres/Milroy) und die Belgier (Claes/Mawet) waren. Hier konnten wir nach klar verlorenem ersten Satz förderlich unsere Taktik ändern und das Spiel im Entscheidungssatz nach Hause holen. Im Halbfinale ging es gegen die Nachwuchsstars aus England (Middleton/Eidestedt), die etwas überraschend unsere Teamkollegen Hopp/Kindervater und sogar eine gute dänische Paarung schlagen konnten. Ohne jeglichen Druck gingen wir locker und gut gelaunt in das Spiel und konnten gerade in der Anfangsphase unser bestes Badminton zeigen. Nach einem klaren ersten Satz und einer 17:12 Führung im Zweiten gingen bei uns leider die Lichter aus. Ich kann momentan noch nicht einmal genau sagen wie uns das Spiel noch aus den Händen entgleiten konnte. Vielleicht waren es die sieben knochenharte Spiele in zwei Tagen oder einfach das zu starke Gefühl von Sicherheit in dieser Phase. Fakt ist jedenfalls, dass wir ab diesem Spielstand völlig unsere Konzentration verloren hatten und auch bis zum Ende des Spiels nicht mehr so richtig zurück fanden. Somit verloren wir das Halbfinale mit 21:13, 17:21, 18:21.

Ergebnisse Herrendoppel

Ergebnisse Mixed

Im Mixed sollte es mit einem etwas einfacherem Spiel gegen die belgische Paarung Mawet/Corvilain losgehen. Anschließend konnten wir nach einem etwas verkorksten ersten Satz die Dänen (Larsen/Röpke) schlagen. Im Viertelfinale stand uns nun ein echter englischer Brocken im Weg. Die Paarung Munt/Roebuck konnte ja auch vor gar nicht allzu langer Zeit ihre Leistungsstärke bei den Länderspielen gegen Deutschland demonstrieren. Ähnlich wie im Halbfinale des Herrendoppels lief alles fast wie von alleine. Man hatte vom ersten Ballwechsel an Spaß auf dem Feld und konnte hier im Gegensatz zum Herrendoppel auch den Sack zu machen. Leider lief es dann im Halbfinale gegen unsere Teamkollegen (Kindervater/Piotrowski) nicht mehr so gut. Uns unterliefen einfach zu viele Fehler und es gelang uns nicht im Halbfeld in den Angriff zu kommen. Unsere Konzentration war einfach nicht die vom Vortag. Dennoch muss man auch anerkennen, dass Ingo und Kathrin ein durchaus cleveres Spiel ablieferten. Leider muss man bei diesem Turnier, was ansonsten aus meiner Sicht durchaus gelungen ausgetragen wurde, die Schiedsrichterleistung stark bemängeln. Es gab ungelogen in fast jedem meiner acht Spiele mindesten zwei Fehlentscheidungen. Dummerweise gab es die Schwerwiegendste in unserem Mixed-Halbfinale beim Stand von 21:21 im zweiten Satz, bei der unser Schiedsrichter vergessen hatte, dass er auch das Recht zum Überstimmen einer Linienrichterentscheidung hat. Dieser Linienrichter hatte es tatsächlich geschafft, sich um etwa 30cm zu verschätzen und sich gleichzeitig bei allen Zuschauern zum Gespött zu machen. Na ja, wenigstens hatten die ihren Spaß ;-)

Natürlich ärgere ich mich auch jetzt noch auf meiner Heimfahrt über diese Fehlentscheidung. Wenn ich dann allerdings über meine Zielsetzungen vor dem Turnier nachdenke, kann ich wohl durchaus mit einem Lächeln nach Saarbrücken zurückkehren und mich ganz der Vorbereitung auf das nächste Turnier in Toulouse am Donnerstag widmen.